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Burkhart Rüchel

TANZANIA
2018

arche-foto.com

mal wieder:

acht Wochen mit dem Fahrrad unterwegs...

Weniger ein Reisebericht, mehr eine Themen-Sammlung

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Seite II

∗ ∗ ∗

Arabische Gräber zwischen Bagamoyo und den Kaole Ruinen:

         

Ruine eines alten Hauses in Kaole am Strand des Indischen Ozeans:

Ein Anwohner meint das war das Haus des Mr. Makame.

               

Brücke über den Ruvu westlich Bagamoyo:

 

Abzweig zum Saadani-Nationalpark - unliebsame Erinnerungen an meine Afrika-Durchquerung 2016 werden wach. Hier kam ich ins Hochwasser....

In Mandera gibt es eine alte, katholische Mission, errichtet 1882. Die dritte nach Bagamoyo und Turiani. Leider ist es unmöglich Innenaufnahmen der früheren Wirtschaftsgebäude zu machen, hier stehen noch uralte, per Transmission angetriebene Maschinen einer mechanischen Werkstatt mit Drehbank, Generator usw. Da ein rigoroser Wachmann das untersagt - als ich nach Wochen noch einmal nachfrage dasselbe Resultat - wird es wohl keinerlei Überlieferungen hierzu geben.

                                                       

ehemalige Wirtschaftsgebäude:

             

 Ein paar Leute sitzen vor Hütten und trinken vergorene Kokosmilch. Ich setze mich dazu, trinke tapfer einen halben Liter, doch ist das alles andere als ein Wohlgeschmack.

Eigentlich hatte ich vor über Mandera nach Saadani zu fahren, glaubte auf diese Weise den Nationalpark zu umfahren. Doch kaum 5 Kilometer vor dem Ort ein Schlagbaum. Der Wachmann, Hüter des Nationalparks, verlangt von mir eine Durchfahrtgebühr (2016 kostete das 30 US-Dollar). Doch ist der Park für Radfahrer jetzt gesperrt (im Gegensatz zu 2016), und ich solle auf den Bus warten der mich mitnimmt. Doch ich verzichte, quäle mich die vielen, vielen Kilometer auf schlechter Pad zurück zu Hauptstraße - und verzichte auf einen Besuch Saadanis.

Verkehrsopfer Schlangen - gut daß man denen nicht plötzlich im Busch begegnete:

Muheza:

Bin, wohl vom vielen Schwitzen und Fahrtwind, auch öfters mal in den Regen gekommen ziemlich erkältet und mache so einige Tage hier Station. Trotz Halsschmerzen, Rotznase und Fieber bin ich jeden Tag im Ort unterwegs. Mafua na homa haben zur Zeit viele.

Eines Nachts, ich liege längst im Bett, werde ich von einem Immigration Officer heimgesucht. Der stellt so viele, viele Fragen, will alles ganz genau wissen, fotografiert Pass und Visum, sogar das vom letzten Jahr. Dem war zu Ohren gekommen daß ich mich für alte deutsche Münzen interessiere die er auch noch sehen will, ebenfalls abfotografiert. Die Prozedur dauert bestimmt eine halbe, wenn nicht dreiviertel Stunde. Ich äußere die Vermutung daß er wohl vom Geheimdienst sei. Für den nächsten Tag werde ich noch vorgeladen.
Das Zimmerchen im Feuerwehr-Gebäude, einer Zweigstelle der Feuerwehr Tanga ohne eigenes Fahrzeug, muß ich erst lange suchen. Der Beamte erscheint eine viertel Stunde zu spät, das Gespäch ist dann ganz entspannt. Ich trage mich ins Besucherbuch ein, werde anschließend noch ins Büro der Stadtverwaltung gebeten um auch dort mich noch einmal ausgiebig vorzustellen und zu registrieren.

District Council:

Die frühere deutsche Boma ist auch heute noch Sitz der Lokalverwaltung. Das ursprüngliche Gebäude ist wegen mehrfacher Anbauten kaum noch zu erkennen, die früheren Außenwände sind nun innerhalb des Hauses. Irgendwo habe ich auch noch ein historisches Foto, werde es bei Gelegenheit mit einfügen.

                                               

Bahnhof:

Den Bahnhof fotografierte ich bereits 2016 ausgiebig (siehe hier). Laut Bahnhofsvorsteher verkehren hier 3 Güterzüge pro Woche.

Bahnhofsgebäude:

               

Diensträume:

                         

obere Etage:

                       

Im unteren Teil des Bahnhofsgebäudes hat sich in einem ungenutzten Raum eine Art Gemeinde etabliert (Tonaufnahme):

 

Bahnhofs-Gelände:

                                                         

Güterschuppen:

       

Lokschuppen, Werkstatt:

       

zum Abriss vorgesehen:

   

Häuser für Bahnarbeiter

   

Signal an der Kreuzung Bahnlinie / Straße nach Amani

               

Ein Mann der angeblich 109 Jahre alt sein und auch sogar noch für die deutsche Schutztruppe gekämpft haben soll - es ist wohl nicht selten daß Leute die Idendität ihres verstorbenen Elternteils annehmen um etwa behördlichen Nachstellungen zu entgehen, wahrscheinlicherweise jedoch um die Renten-Auszahlungen des Elternteils zu übernehmen - bietet mir eine deutsche Silber-Rupie an und verlangt dafür den stolzen Preis von 20 Millionen Shilling! Umgerechnet sind das etwa 8000 Euro, dafür bekäme man bei deutschen Händlern 2 Tabora-Goldmünzen.

Einem alter Askari, dessen Großvater schon Askari in der deutschen Schutztruppe gewesen ist, zeige ich auf meinem notebook viele historische Fotos von denen er ganz beeindruckt ist. Zur stimmungsvollen Untermalung lasse ich dazu passende Musik - Aufnahmen aus der Kaiserzeit - laufen. Beim Lied "Heil dir im Siegerkranz" summt er sogar die Melodie mit!

Überhaupt war es eine gute Idee auf die Reise eine recht leistungsstarke JBL-Bass-Box mitzunehmen. Damit konnte ich oft den allgemeinen Krach in den Gästehäusern übertönen - und ich war immer lauter! Nur zweimal baten mich die Betreiber aus Rücksicht für andere Gäste die gute Afro-Musik leiser zu machen...

einige Stadt-Ansichten:

                           

Post:

   

früheres deutsches Hospital:

Teilweise sind in die aktuellen Sanierungsarbeiten alte Gebäudereste mit integriert und somit erhalten worden.

                                                                                                 

Gebäude im Umfeld des Hospitals, seinerzeit vielleicht Wohnhäuser der Ärzte und ihrer Familien oder von Beamten der Boma.

   

Muheza Gericht:

Leider sind innen keinerlei Aufnahmen möglich. Natürlich fehlt dort das Portrait des Präsidenten nicht, der Richterstuhl ist recht eindrucksvoll.

   

Peter und Familie:

       

Als historisch interessierter Reisender in Tanzania unterwegs bekommt man häufig Angebote "Schätze" heben zu sollen. Das heißt im Klartext: Wieviel zahlt man wenn einem ein Platz gezeigt wird an dem die Deutschen seinerzeit ihre Wertsachen vergraben haben? In der Regel wird man dann zu irgendeinem Tümpel, Grube etc. geführt in dem angeblich alles liegen soll. Nur Trottel fallen auf so etwas herein und zahlen vorab für solche "Tipps". Wenn dort wirklich etwas wertvolles vergraben sein soll - warum bergen die Leute das nicht selbst???
In all den Jahren traf ich nur einen einzigen Tanzanier dessen Angaben man trauen konnte. Die beiden Männer hier beteiligen sich immerhin mit an den Grabungsarbeiten. Angeblich sollen hier Münzen, Gewehre und so weiter liegen, Wie zu erwarten ist nicht weiter zu finden als moderner Müll. Lieber kaufe ich Dinge an als mich auf zweifelhafte Aktionen solcher Art einzulassen. Wer einmal in harter afrikanischer Erde gebuddelt hat weiß wie mühsam das ist.

Weg nach Pangani:

         

Bushiri Dorf:

Farmbetrieb:

           

Ruine früheres deutsches Hospital:

                               

Buschiri Hof:

Buschiri bin Salim (auch: Abushiri ibn Salim al-Harthi), einer der Führer des Araber-Aufstandes, soll seine "Festung" auf einem Berg oberhalb der Fluss-Schleife des Pangani gehabt haben. In Europa wäre diese beherrschende Höhe mit Sicherheit Standort einer Burg gewesen. Leider existiert von der Festung Buschiris gar nichts mehr, nicht einmal Fundamente wie ich nach Besichtigung der Keller des heute dort stehenden Wohnhauses feststelle. Sicherlich waren alle Bauten und Befestigungen aus Holz errichtet. Nur eines der beiden Häuser am Zugang zur Bergspitze ist etwa 100 Jahre alt, Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude sind wesentlich jüngeren Datums, errichtet anscheinend in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bestimmt einmal von einem weißen Farmer erbaut verfällt nun alles wieder. Nur der alte Baobab-Baum stammt noch aus Buschiris Zeit.

Laut Deutschem Kolonial-Handbuch 1901 war hier die Deutsch-Ostafrikanische Plantagen-Gesellschaft ansässig, die Pflanzung selbst befand sich bei Mundo auf dem linken Ufer des Pangani-Flusses:

"Die Pflanzung der Deutsch-Ostafrikanischen Plantagen-Gesellschaft ist im Dezember 1894 von Lewa aus eingerichtet worden, sie ist eine frühere Schamba Buschiris und umfaßt z.Zt. 400 Hektar, von denen 300 für den Anbau von Liberia-Kaffee und 100 Hektar für Kokospalmenkultur bestimmt sind. Das Uferland des Flusses und die Hänge der Hügel sind mit schönem, hochstämmigen Wald bedeckt; für Bewässerung ist durch 2 Bäche reichlich gesorgt. Auf der Plantage werden täglich 50 bis 60 Arbeiter beschäftigt. Ein freundliches, etwas primitives Wohnhaus ist auf einer den Fluss beherrschenden Kuppe erbaut worden. Auf dem Grundstück waren bereits 500 tragende Kokosnußpalmen vorhanden; dieser Bestand soll auf 15000 erhöht werden, 1000 sind bereits ausgepflanzt, weitere 4000 liegen in den Samenbeeten zum Auspflanzen bereit. An Kaffee sind 6000 Bäumchen ausgepflanzt, ferner sind 120 Samenbeete mit je 1000 Pflanzen fertiggestellt, die im Juni 1896 ausgepflanzt sein sollen. Im ganzen sind für Buschirihof 25000 Pflanzen bestimmt.

Arbeitslöhne: Monatsarbeiter bei täglich zehnstündiger Arbeitszeit 10 Rupien, Frauen 6 Rupien, außerdem erhalten die Arbeiter täglich 8 Pesa Poscho." (Quelle: "Das Deutsche Kolonialhandbuch" 1901)

   

   

Wirtschaftsgebäude, Werkstatt:

           

Wohnhaus und Nebengebäude:

                     

Pangani:

Mehrere Tage verbringe ich in Pangani. Mich interessieren natürlich vornehmlich historische Bauten und Einrichtungen. Die vielen Fotos der Gebäude und Fundstellen könnte ich mittels interaktiver Karte präsentieren, quasi als virtuelle Stadtführung.

Auch in Pangani bekomme ich von zwei Herren die in einem Geländewagen langsam durch den Ort fahren die Aufforderung mich im Immigration Office zu melden. Schon in Muheza hatte man mir gesagt daß es üblich sei daß Touristen sich überall zu registrieren haben (als ich mich zu diesem Zweck später in Moshi melde reagiert man dort mit Unverständnis, weiß man erst gar nichts mit mir anzufangen, doch da ich nun schon mal da bin dauern auch dort die Befragungen sehr lange). Natürlich braucht es auch in Pangani wieder viel Zeit bis der Wissensdurst von Mr. Castro gestillt ist.

Im Laufe meiner Erfahrungen mit Beamten in den letzten Jahren habe ich eher den Eindruck bekommen daß dahinter möglicherweise sogar eher eine fürsorgliche Absicht steckt, man Ausländer etwa zu ihrem eigenen Schutz vor Schaden wie z.B. Kriminalität bewahren möchte. Natürlich weiß man immer nicht aus welchem jeweiligen Grund die Beamten und Offiziere mit durchweg ernsten Minen alles mögliche wissen wollen. Meist sind sie gar nicht als solche zu erkennen, stellen sich auch fast nie vor, und man bleibt völlig im Ungewissen schon alleine über die Dauer solch intensiven Befragungen. Natürlich gewinnt man im Laufe der Zeit einige Routine im Umgang mit ihnen, erfährt auch manches, letztlich trennt man sich in gutem Einvernehmen.

                                                   

Feier:

Leider konnte ich den Anlaß dieser mehrtägigen Feier nicht erkennen - die Musik aus einer großen Anlage war einfach zu laut um jemanden fragen zu können. Zuerst dachte ich an eine Hochzeit, doch war nirgendwo ein Bräutigam zu erkennen. Anhand der Gewänder erkennt man arabisch-indischen Kultureinfluß.

       
         

historische Fotos:

                   

Hier der Jagdschein von Carl Georg Schillings, Autor des Buches:

"Mit Blitzlicht und Büchse"
Leipzig, R. Voigtländers Verlag, 1922

 

Früheres kaiserliches Zollamt 1. Klasse, errichtet 1892. Auch heute noch Zollstation. Im Erdgeschoss links befand sich die kaiserliche Post mit Telegraph:

Das Deutsche Kolonialhandbuch 1901 nennt einen Herrn Schwarze als Hauptzollamts-Vorsteher, Postassistent Becker betrieb die 1898 eingerichtete Postagentur.

                 

Ruine links vom Zollamt, hinter der Moschee - Rashad Haus / Kombo Haus:

                                             

Old Ibadhi Mosque, Moschee rechts am Zollamt. Hinter den modernen Fliesen sind alte Mauerreste zu erkennen.

   

Ruine rechts vom Zollamt - Al Kasaby CCM building:

                                           

Ruine Haus Ostafrikanische Gesellschaft / Pangani Industries building:

Das Deutsche Kolonialhandbuch 1901 nennt als Beamten der Gesellschaft einen Herrn Paetow. Neben dem Gebäude war 1901 die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses der Pangani-Gesellschaft geplant.

                             

Rehema Abdul House, Heritage Centre Pangani, Museum:

Dieses Haus wurde mit Mitteln der US-Botschaft restauriert. Man bekommt einen guten Eindruck wie solche alten Araber-Häuser innen aussahen. Einige Tafeln geben Auskünfte über die Geschichte Panganis. Wenige bescheidene Exponate sind in zwei kleinen Vitrinen ausgestellt.

Nachdem ich eines Tages einige hundert Patronenhülsen aus der deutschen Kolonialzeit fand wollte ich dem Museum mehrere davon kostenlos überlassen, doch der Leiter der Einrichtung meinte er müsse erst seinen Chef in Daressalaam fragen ob er solche Schenkung entgegen nehmen könne - ich solle morgen noch mal wieder kommen. Nachdem ich am nächsten Tag den gleichen Spruch zu hören bekomme unterlasse ich weitere Versuche deren Sammlungen ergänzen zu wollen. Stattdessen erhält dann die Tourist-Info 172 Patronenhülsen (meist Modell M71).

                       

           

Schrotthaufen am Hafen:

     

ehemaliges Bismarck-Denkmal:

   

Abdissalam building:

 

Tischlerei:

Man beachte das Staubtuch als Atemschutz. Arbeitsschutz sieht man in Tanzania sehr, sehr selten.

   

Wärend des Gesprächs mit einigen Leuten zeigt mir ein Mann Fotos seines stark verletzten, etwa ein- bis anderthalbjährigen Kleinkindes. Schwere Gesichtswunden, die Kopfhaut zum großen Teil abgerissen. Der Mann erzählt daß in seinem Haus der Familienhund das Kind so zugerichtet hat, zeigt auch das dazu gehörige Video! Im Film sieht man das Kind neben dem liegenden Tier sitzen, berührt den mehrere Male und man hat nicht den Eindruck daß der Hund sich davon bedrängt fühlt. Trotzdem springt der plötzlich auf und fällt über das Kind her, das Telefon knallt zu Boden als der Mann versucht die beiden zu trennen und man hört nur noch Tonaufnahmen. Die Attacke dauert nur Bruchteile von Sekunden.

Wer weiß ob die Ärzte das Kind wieder einigermaßen zusammen flicken können, mit Sicherheit bleiben furchtbare Narben zurück.

Dicker Fisch:

Dieser große Fisch wird mit einem Trike angefahren um ihn wiegen zu lassen. Mit viel Mühe von der Ladefläche gezerrt gelingt es erst nach vielen Versuchen mittels untergelegten Brettern sein Gewicht zu ermitteln. Anschließend wuchtet man ihn wieder auf die Ladefläche.

 

Bohora Moschee und Seminar:

           

Schiffsbauer / Abwracker:

Ursprünglich vielleicht einmal eine kleine Werft wird hier wohl eher nur noch abgewrackt, bestenfalls mal etwas repariert.

                                   

Tourist-Info:

Die Tourist-Info am Busbahnhof vermittelt Stadtführungen. Sie haben hier einige Fundstücke zusammen gesammelt. Der sogenannte "Mr. Hot Hot" bleibt in unangenehmer Erinnerung...

         

Pangani Boma - ehemaliges kaiserliches Bezirksamt:

Ein befestigtes Fort bestand um 1900 nicht mehr da alle Befestigungsanlagen samt Bastionen 1897 geschleift wurden.

Das Deutsche Kolonialhandbuch 1901 nennt den Bezirksamtmann Siegl sowie den Bezirksamtssektretär Werner. Ursprünglich hatte auch der Bezirksamtmann seine Wohnung in dem Gebäude welches ursprünglich dem Araber Hamed ben Abdalla, genannt Magongo, gehörte und nicht wie oft fälschlicherweise angegeben wird dem am 15. Dezember 1889 in Pangani hingerichteten Buschiri.

Dieses Gebäude das auch heute noch Verwaltungssitz zu fotografieren ist wieder einmal alles andere als einfach und gelingt erst nach vielen Anläufen, zumal bei der Verwaltung Panganis gerade eine Konferenz stattfindet und dafür spezielle Sicherheitsvorkehrungen mit vielen bewaffneten Uniformierten getroffen wurden. So stehen eines Tages zwei Posten mit Maschinenpistolen vor dem Eingang der Boma, natürlich mit grimmen Gesichtern.

Ostseite, Haupteingang:

 

                     

Südseite:

       

Westteil:

Im verfallenen Südwestteil der Boma liegt unter anderem die alte Trophäe eines Büffelschädels, sicher früher einmal Dekoration in der Boma gewesen und nun auf den Müll geworfen. Wer weiß welcher Prominente diesen Büffel einst erlegte und der Boma vermachte?

                             

Nordseite, mit Zugang zum Hof:

     

Hof:

                   

Erdgeschoss:

                       

Obergeschoss:

                             

Dach:

   

Ehemaliges Wohnhaus des Bezirksamtmannes / Haus District Administrative Secretary (DAS´s-Haus):

             

Nebengebäude:

             

historische Bebauung in der India Street:

                                       

Polizei-Station:

Hier befand sich zu deutscher Zeit die Kaserne der Polizei-Askari. Laut Deutschem Kolonialhandbuch 1901 war eine Abteilung Landespolizei unter einem Feldwebel mit 5 farbigen Chargen und 40 Askari stationiert. Als Armierung dienten 2 Feldgeschütze 8 cm.

Auch heute noch ist hier die Polizei Panganis stationiert, das ganze Areal wird von ihr, auch zu Wohnzwecken, genutzt. Am südlichen Rand befinden sich noch Reste der Askari-Wohnhäuser aus deutscher Zeit.

Obwohl ich lange mit den Polizeibeamten und deren Chefin spreche ist es nicht möglich die Reste der alten Askari-Wohnhäuser zu fotografieren. Nur am Nordrand gelangen einige Aufnahmen, ebenso eine an der Westseite.

 

Ehemaliges REGAL Cinema:

Im Erdgeschoss befindet sich noch ein kleinen Laden für KFZ Ersatzteile.

                     

Frühere deutsche Bildungseinrichtung, später britisches Hospital:

Wie in jeder Ruine hat sich auch hier eine Kolonie Fliegender Hunde eingenistet.

                                                                   

Doktor-Haus:

                                   

Früheres Gouvernement Gästehaus:

           

Auf meinen früheren Reisen durch Ostafrika habe ich bereits festgestellt daß "Albinos" hier gar nicht so selten sind. Die Afrikaner nennen sie "Zero-Zero", dem weit verbreiteten Aberglauben nach wären das gar keine Menschen sondern Wesen satanischen Ursprungs! Es soll noch Gegenden geben in denen sie getötet werden, teils zu kanibalischen Zwecken. Auch Kindestötung kommt traditionsgemäß noch vor - etwa bei Zwillingsgeburten. So etwas erfährt man wenn man sich mit den Menschen im Lande unterhält - statt an allem vorbei zu fahren wie es die meisten Touristen tun.

In Pangani fallen die vielen Katzen (Suaheli: paka) auf, als ich diesbezüglich nachfrage heißt es daß man die im Nachbarort essen würde.

Deutscher Friedhof:

Nur noch wenige Gräber sind vorhanden von denen die meisten Grabsteine fehlen oder zerstört sind.

                                         

Fähre und Fähranleger:

           

Der südliche Stadtteil Bueni, am Südufer des Pangani:

Die Fähre über den Pangani verkehrt sehr häufig, die Überfahrt ist sehr billig.

 
                         

Ruine Sklaven-Gefängnis:

           

Fischer:

 
       

Moschee MASJID AHLE- BAYT in Mashado Village:

Der islamische Einfluss nimmt auch in Afrika stark zu, das ist im volkreichen Tanzania sowie auch im dünn besiedelten Namibia gut zu beobachten. Vor allem mit sozialem Engagement sowie der Errichtung unzähliger Moscheen und Bildungseinrichtungen. Erkennbar an den an den Bauwerken angebrachten Jahreszahlen ihrer Errichtung. Hier natürlich nur eine bescheidene Moschee für einige Bauern südlich Panganis.

 

Ras Muheza:

Dieser zweistöckige Turm der Araber - einer von einer ganzen Kette die ostafrikanische Küste entlang - diente der Überwachung von Küste und Seeverkehr. Möglicherweise befanden sich auf ihnen sogar Leuchtfeuer, wurden von Turm zu Turm auch Nachrichten übermittelt.

Offensichtlich fanden vor nicht langer Zeit hier umfangreiche archäologische Grabungen statt. Einige Geländeabschnitte wurden weiträumig gerodet und die Erdoberfläche umgegraben, der Boden ist übersäht mit unzähligen Tonscherben. Leider ist der Turm auf Satelliten-Bildern nicht zu erkennen.

                                 

Es heißt vor dem Ras Muheza läge noch das Wrack eines deutschen U-Bootes, die Stelle erkennbar an zwei Markierungen bei Ebbe. Mit dem Teleobjektiv die Wasseroberfläche absuchend sehe ich an der angegebenen Stelle zwei Männer sich dort festhaltend mehrere Male tauchen.

Ras Kikokwe:

Hier befand sich ein weiterer Turm der Araber zur Überwachung von Küste und Seeverkehr. Es existiert nur noch eine hohe Steinstele sowie der Stumpf einer Art Säule. Neben dieser befindet sich ein mehrere Meter tiefes Loch welches 1914/1915 angelegt worden sein soll.

               

Gefechte der Wissmann-Truppe gegen die aufständischen Araber 1889:

Ich besuchte einige auf der Gefechtsskizze eingezeichnete Orte. Wegen extrem dichten Busches konnten im weiträumigen Gelände selbst keine Belege damaligen Geschehens gefunden werden.

 

Bucht der Landungstruppe Kolonne I die den Ras Muhesa (Punkt a) besetzte:
           

vermutete Landungsstelle der Landungstruppen Kolonnen I, II und III an einer Bucht westlich des Ras Kikokwe (-5.449037, 38.994748):
 

Hier möchte ich einmal meine diversen Funde aus Pangani und Umgebung vorstellen. In mehreren Stunden sammelte ich innerhalb eines Geländeabschnittes eine Handvoll Perlen zusammen, viele davon stammen aus der Swahili-Periode zwischen 1250 und 1500. Neben mehreren hundert deutschen Patronenhülsen (meist Model M71) fand ich viele Keramik- und Porzellanscherben unterschiedlicher Kulturkreise an denen sich u.a. die alten Handelsbeziehungen zwischen etwa Holland sowie auch China mit Ostafrika nachweisen lassen (Scherben alten chinesischen Porzellans fand ich übrigens auch in Namibia). Chinesisches Porzellan wird bereits seit mehreren hundert Jahren in alle Welt exportiert.

   
                     
     

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